23.10.2020: Hohenlohekreis erreicht Eingriffsstufe

Allgemeinverfügung über die kreisweite Einführung einer Sperrzeit um 23 Uhr einschließlich Außenabgabeverbot von Alkohol tritt am Montag in Kraft

Am heutigen Freitag, 23. Oktober 2020, hat der Hohenlohekreis mit einer 7-Tage-Inzidenz von 51,5 pro 100.000 Einwohner die kritische Marke an Corona-Neuinfektionen überschritten und damit die sogenannte Eingriffsstufe erreicht. Insgesamt wurden heute vier Neuinfektionen gemeldet. Ebenfalls ist im Hohenlohekreis ein Todesfall zu beklagen. Rund 35 Schülerinnen und Schüler der Kernzeitbetreuung der Schillerschule Öhringen befinden sich nun in Quarantäne, da sie als Kontaktpersonen ersten Grades identifiziert wurden.

Erst am Mittwoch (21.10.2020) hatte der Hohenlohekreis die Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen erreicht. „Das zeigt uns deutlich, wie angespannt die Corona-Lage derzeit ist und wie wichtig es genau jetzt ist, Verantwortung zu zeigen und vorsichtig zu sein“, warnt Landrat Dr. Matthias Neth.

Aufgrund eines Erlasses des Sozialministeriums wird auch im Hohenlohekreis eine Allgemeinverfügung in Kraft treten, die zu Einschränkungen bei der Sperrzeit und dem Alkoholausschank führt. Alle Gaststätten, ob mit oder ohne Alkoholausschank, sowohl für die Innen- als auch die Außenbewirtung, müssen um 23 Uhr schließen. Ab 23 Uhr darf auch kein Verkauf von Alkohol mehr stattfinden, dies betrifft neben Gaststätten auch Verkaufsstellen wie beispielsweise Tankstellen. Ein Abhol- und Lieferservice von Speisen und alkoholfreien Getränken ist auch nach 23 Uhr erlaubt. „Die Allgemeinverfügung tritt am Montag, 26.10.2020, 23 Uhr, in Kraft. Die Betroffenen können sich bis dahin auf die Sperrstunde und das Verbot des Alkoholverkaufs einstellen“, erläutert Heike Schaal, Amtsleiterin des Amts für Ordnung, Zuwanderung und Recht. Die Allgemeinverfügung ist über www.hohenlohekreis.de/bekanntmachungen abrufbar.

Ebenso hat das Landratsamt ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gerichtet. „Wir sehen das sehr dynamische Geschehen und wissen, der Winter und damit die Erkältungszeit steht uns noch bevor. Wir müssen die Kreisverwaltung arbeitsfähig halten. Das bedeutet, dass wir die zur Verfügung stehenden Ressourcen gezielt einsetzen müssen. Die Landesregierung hat zugesagt, Amtshilfeersuchen nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Wenn die Abstrichstelle in Belzhag wieder in Betrieb geht, werden wir ein weiteres Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr für die Unterstützung dort auf den Weg bringen“, teilt Landrat Dr. Matthias Neth mit.

Als weitere Maßnahme hat der Hohenlohekreis als Schulträger die außerschulischen Hallennutzungen der Kreissporthallen Eberhard-Gienger-Halle am Berufsschulzentrum Künzelsau und Auhalle in Öhringen ab sofort bis auf weiteres ausgesetzt, um die Frequenz und damit mögliche Kontakte in den Schulgebäuden zu verringern. Der Schulsport findet nach wie vor mit Hygienekonzept statt.

Der Zutritt zum Landratsamt Hohenlohekreis, inklusive der Außenstellen, ist für den Publikumsverkehr weiterhin nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Ausgenommen hiervon sind die Führerschein- und Zulassungsstelle, die Ausländerbehörde, die Asylbewerberleistung sowie die Einbürgerungsstelle. Diese Bereiche sind zu den speziellen Öffnungszeiten der Ämter auch ohne Terminvereinbarung zu erreichen. Insbesondere bei der Zulassungsstelle wird eine Online-Terminvergabe empfohlen.

Es gilt eine Maskenpflicht. Alle Besucher dürfen das Gebäude nur mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten.

Die Verantwortlichen verschiedener Bereiche aus dem Landratsamt kommen derzeit zwei Mal wöchentlich zusammen und bewerten die aktuelle Lageentwicklung. „Sollten die Fallzahlen sprunghaft ansteigen, werden wir den Verwaltungsstab nach Maßstab des Katastrophenschutzes erneut aktivieren“, so Neth.